Der Rauchkutsche Shop – der Name ist überall

im vorletzten Beitrag bin ich bereits auf einige eurer Anfragen eingegangen und habe mich zu einem Räuchermischungen Online Shop geäußert, zu dem ich nicht viel Positives zu sagen hatte. Nun haben mich wieder Anfragen von euch erreicht – und wieder ging es um einen Shop, über den ihr mehr wissen wolltet. Zu Recht wie ich finde, denn er wirkt auf den ersten Blick zwar ganz professionell und von den Preisen auch nicht zu billig. Aber beim genaueren Hinsehen entdeckt man einige Punkte, die darauf hindeuten, dass man hier lieber die Finger von der Sache lässt. An dieser Stelle verweise ich gern noch einmal auf den Testbereich in diesem Blog (einzelne Testberichte über das Klappmenü aufrufbar).

Ein Blick auf die Produktbeschreibungen

Produktbeschreibungen in Räuchermischungen Online Shops müssen nicht lang sein, sie sollten aber alle wichtigen Informationen zur jeweiligen Kräutermischung enthalten. Die Texte im Rauchkutsche Shop sind allerdings nicht nur kurz, sondern auch nichtssagend. Sie versprechen, dass eine Mischung stark ist oder einem „den Kopf verdreht“. Das sind Phrasen, die nichts über die Wirkdauer, die Aromen, die wirkliche Intensität oder andere spezifische Eigenschaften des Produkts aussagen. Der Kunde kauft hier die Katze im Sack. Seriöse Räuchermischungen Online Shops würden zumindest diesen Teil des Services am Kunden ernst nehmen.

Alles Rauchkutsche oder was?

Viele der Räuchermischungen Namen kommen dem geneigten Anwender bekannt vor: Jamaican Gold Extreme, Goa Party, Millenium und Black Jack (Gold, Silver, …), AK 47 und so weiter. Nun sollte man aber auch hier ein bisschen länger die Augen aufmachen: denn nicht nur die Vorschaubilder sind vollkommen anders als in anderen Shops, nein auch enthält jeder Name den Zusatz „Rauchkutsche“ oder „RK“. RKsteht – man verzeihe mir diesen flachsen Vergleich – im Chatjargon für „Runder Kragen“. Und ich als potentieller Kunde habe in diesem Shop keinen Plan, warum da überall der Laden-Name drin sein muss? Wird den Räuchermischungen noch eine hauseigene Zutat beigefügt? Ich hoffe nicht!

Die gebrochene Lanze

Einen positiven Punkt, nein sagen wir: zwei positive Punkte habe ich in diesem Shop gefunden. Neben all den dubiosen Räuchermischungen, die so einige Fragen aufwerfen, gibt es immer den Hinweis, dass Räuchermischungen nicht oral eingenommen oder inhaliert werden sollten. Auch der Aspekt der Gesundheitsschädlichkeit bei Nichteinhalten dieser Hinweise ist gegeben.

Ein zweiter Punkt, den ich ganz angenehm finde, ist das Angebot an Räucherzubehör. Habe ich im vorletzten Artikel noch über die Papers und die Filter im Räuchermischungen-Tempel geschimpft, so staune ich, bei Rauchkutsche eine Räucherschale und einen Räuchertopf zu finden. Aufgrund der Tatsache, dass ich beides schon besitze und die weiteren Produkte des Shops bisher nicht testen mochte, kann ich nichts zur Bestellung bei diesem Shop sagen.

Sowas wie ein Fazit

Da die Namen der Produkte weitestgehend bekannt sind – bis auf den Rauchkutsche-Zusatz – würde ich euch raten, lieber bei getesteten Shops (von mir oder anderen vertrauenswürdigen Seiten) einzukaufen. Vertraut lieber auf sichere Qualität und Räuchermischungen, die im Originalzustand verkauft werden anstatt auf irgendwelche dubiosen Angebote hereinzufallen. In diesem Sinne…

Werke und Tage

2020

Kreative Schauplätze

2020

Leben und leben lassen

2020

Von Signac bis Matisse

2020

Verwirrung um Urteil des Bundesgerichtshofs – Räuchermischungen

am 14.01.2015 ist im Zuge einer Verhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil gefallen. Dieses hat nicht nur bei mir, sondern anscheinend auch bei anderen Berichterstattern aus der Szene, aber vor allem bei den Medien für Verwirrung gesorgt. Liest man sich die Artikel der unterschiedlichen Zeitungen und Online-Publikationen durch, dann merkt man schnell, wer da von wem abgeschrieben hat. Und man merkt, dass keiner wirklich Wissen in das Geschreibe einbringen kann. Zudem hat anscheinend auch keiner dieser „Journalisten“ auf die Veröffentlichung der Pressestelle des BGH geschaut. Oder aber: Die Presse will mal wieder nur Schockmeldungen ohne Informationen verbreiten.

Wie dem auch sei, ich habe versucht, mich in den letzten Tagen so gut es geht zu informieren. Deshalb kam auch nicht gleich am 15.01.2015 eine Reaktion auf diesem Blog. Nun denke ich aber, dass ich genügend gesehen, gehört und gelesen habe, um wenigstens einen Kommentar abzugeben – und hier ist er:

Im Zuge eines Revisionsverfahrens zur Anklage eines Shop-Betreibers beschloss der BGH, die „nicht geringe Menge“ von vier Wirkstoffen herunterzusetzen. Das heißt, dass zwei künstliche Cannabinoide (JWH-018 und CP 47,497-C8-Homologes) nun auf 2 Gramm als nicht geringe Menge und zwei weitere Stoffe (JWH-073 und CP 47,497) nun auf 6 Gramm als nicht geringe Menge reduziert wurden. Soweit, so gut. Produkte, wie Räuchermischungen und andere Legal Highs, dürfen diese Wirkstoffmenge bei Verkauf nun nicht mehr überschreiten. Die nicht geringe Menge THC bei Cannabis-Produkten liegt übrigens bei 7,5 Gramm und aufwärts.

Und hier kommt der Twist in der ganzen Geschichte: Die betreffenden Stoffe sind bereits in der Anlage II des BtMG gelistet. Das heißt, sie sind per se für den einfachen Vertrieb illegal und werden gar nicht mehr in Legal Highs verwendet. Jedenfalls sollten sie von schlauen Herstellern nicht mehr verwendet werden. Was die ganze Sache von Ermittlungs- und Staatswegen erschwert: Nach einem Fund oder der Konfiszierung müssen die Produkte erst einmal auf Stoffe getestet werden, dann wird die Menge festgestellt und dann kann erst darauf reagiert werden. Und diese Mühlen mahlen recht langsam. Zudem betrifft das Urteil, da die Stoffe schon gelistet sind, in der Regel keine deutschen Shops und Konsumenten.

Des Weiteren bleibt das Urteil des EuGH vom Sommer 2014 bestehen. Wer den Inhalt davon nicht mehr im Kopf hat: Das Urteil legt fest, dass das Arzneimittelgesetz nicht mehr als Grundlage für Razzien und Hausdurchsuchungen sowie für Anzeigen im Zusammenhang mit Legal Highs dienen darf. Grund: Bei Legal Highs handelt es sich nicht um Arzneimittel und sie werden auch nicht als solche angepriesen, vertrieben oder konsumiert.

Fazit: Auf aktuelle Mischungen trifft das Urteil vom 14.01.2015 nicht zu. Lediglich bei der Einfuhr von Legal Highs ins Inland sollte aufgepasst werden. Des Weiteren bleiben andere Regelungen von der Aktuellen unberührt. Viel Wirbel um nichts also. Das einzig Positive, was man aus der verwirrenden Geschichte entnehmen kann: Der Besitz von Cannabis in seiner natürlichen Form wird in einer größeren Menge geduldet – bzw. geringer bestraft – als der Besitz von entsprechend kleineren Mengen künstlicher Nachahmungsprodukte.

Dennoch: Von der Legalisierung natürlicher Stoffe sind wir weit weg und der Dialog zwischen Konsumenten mit einfachen Absichten und der Gesellschaft wurde wieder vertagt und mit Negativbeispielen und Einzelschicksalen überdeckt.

Badesalze

heute beschäftigen wir uns einmal mit einem recht heiß diskutierten Thema in Sachen Legal Highs: Mit den sogenannten Badesalzen. Aber warum ist das Thema so umstritten? Die Gründe dürften in den Inhaltsstoffen, den teilweise recht heftigen Wirkungen und den Meldungen, die dementsprechend durch die Medien gingen und gehen, liegen.

Badesalze sind dabei nicht klar definierte Stoffe, die aber meist in kristalliner oder ähnlicher Form vertrieben werden. Den Namen hab sie nicht wirklich von ihrer Verwendung als Badesalz, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach, weil sie unter anderem als „Badesalz“ sowie aber auch als „Raumerfrischer“, „Duftsalze“ oder was auch immer verkauft werden. Dieses Verhalten von Shops ist weder neu noch rätselhaft, denn so werden die Stoffe legal vertrieben, was als Stoff für den menschlichen Konsum nicht möglich bzw. illegal wäre. Die erste große Erwähnung der „Badesalze“ brachte somit auch große Verwirrung in den Medien sowie in der Gesellschaft, welche logischer Weise nicht so viel Ahnung von Legal Highs hat, wie die Leser dieses Blogs. Die genannten Gruppen dachten damals offensichtlich tatsächlich, dass „normales“ Badesalz von den jeweiligen Menschen, von denen berichtet wurde, konsumiert worden war.

Die Wirkung der Badesalze ist dabei fast immer energetisch, was an den in ihnen steckenden synthetischen Cathinonen liegt. Bisher wurden in Badesalzen gut ein Dutzend dieser chemischen Stoffe nachgewiesen. Die meisten, wenn nicht alle, sollen dabei die Wirkung der Blätter des Khatstrauchs simulieren. Die auch „Abessinischer Tee“ oder kurz „Kath“ genannte Pflanze bildet und speichert in ihren Blättern nämlich Cathinone und wird vor allem in Teilen Afrikas aufgrund ihrer anregenden Wirkung konsumiert. In manchen Gebieten gilt sie dabei als Alltagsdroge, so wie hier der Kaffee als Alltagsdroge etabliert ist. Die Wirkung der pflanzlichen Cathinone ist dabei vergleichbar mit der des Koffeins. Kath ist in ihrer reinen und pflanzlichen Form ein sehr leichtes Rauschmittel.

Aufgrund dieser für manche Menschen augenscheinlich „zu schwachen“ Wirkung wurden die Wirkstoffe chemisch nachgeahmt und konzentriert in die sogenannten Badesalze gebracht. Die Einnahme der Badesalze erfolgt dabei durch Schnupfen (Pulver), Schlucken (Pulver oder Kapseln), durch Spritzen von Lösungen oder durch das Rauchen mit Tabak. Erfahrungsberichte lassen auf eine stets euphorisierende und energetische Wirkung schließen. Zudem sollen der Drang nach Sozialisierung und der Sexualtrieb durch Badesalze gesteigert werden.

Neben der Tatsache, dass viele der Cathinone laut BtMG der Bundesrepublik Deutschland sowie auch durch Gesetze und Verordnungen in anderen Ländern nicht für private Zwecke legalisiert sind, sind es vor allem die gesundheitlichen Risiken, die der Konsum der Badesalze mit sich bringt, welche diese Highs so umstritten machen.

Hier ein paar mögliche Risiken, die sich aus dem Konsum bzw. aus der Überdosierung von Badesalzen ergeben:

  • Aggressionen
  • Anstieg der Körpertemperatur / Fieber
  • Halluzinationen und Wahnvorstellungen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Krämpfe und Muskelschäden
  • Paranoia und Panik
  • Nierenschäden und Nierenversagen

Ich denke, es gibt für die Energiegewinnung wesentlich bessere Mittel und vor allem auch pflanzlichere Mittel, die einen ähnlichen und reineren Effekt haben. Wenn ihr euch für Legal Highs entscheidet, dann schaut, dass ihr weder eure Gesundheit, noch eure Sicherheit sowie die Sicherheit von anderen aufs Spiel setzt. Es gibt zudem auch Legal Highs, deren Konsum nicht verboten ist und die ordentlich kicken. Seid vorsichtig!